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Bundestag stimmt für Änderung des Bundesjagdgesetzes

 
 

Werden Jäger von den Behörden zur Jagd verpflichtet, können sie eine

Aufwandsentschädigung fordern.


Der Bundestag hat gestern (27. September) auf Empfehlung des Ausschusses für Ernährung und

Landwirtschaft einer Änderung des Bundesjagdgesetz für den Seuchenfall zugestimmt.

Alle Fraktionen – mit Ausnahme der FDP, die dagegen stimmte und den Grünen, die sich

enthielten – stimmten dem erarbeiteten Gesetzesentwurf zu.

Die Behörden erhalten nach dem beschlossenen Entwurf neue Anordnungsmöglichkeiten:

So können Jagdausübungsberechtigte in Gebieten mit seuchenkranken, oder verdächtigen Tieren,

 zu einer verstärkten Bejagung verpflichtet werden.

Zudem sollen Jäger zur Suche nach toten Wildschweinen eingesetzt werden.

Der Personen- und Fahrzeugverkehr kann in gefährdeten Gebieten kontrolliert und beschränkt werden.

 

Geld für den Jäger bei Anordnung zur Jagd

Die Regierung rechnet im Fall von angeordneter verstärkter Bejagung, mit Kosten von

etwa 800 Euro pro zusätzlich erlegtem Stück Schwarzwild. Dem Jäger stünden bei acht

zusätzlichen Ansitzen zu je fünf Stunden jeweils 100 Euro Aufwandsentschädigung für Munition,

Anfahrt und Zeitaufwand zu. Werden Jagdausübungsberechtigte und Begehscheininhaber zur

Suche nach verendetem Schwarzkitteln aufgefordert, könnten sie bei einem zusätzlichen Zeitaufwand

von fünf Stunden pro Woche eine Aufwandsentschäigung von 50 Euro pro Person und Stunde verlangen.

Ist die effektive Jagd aus Sicht der zuständigen Behörde nicht sichergestellt, kann angeordnet werden,

dass andere Personen die Bejagung übernehmen. Das erlegte Wild ist dem Berechtigten auf Verlangen

zu überlassen. Entstehen dem Jagdausübungsberechtigten aufgrund angeordneter Maßnahmen ein

erhöhter Aufwand, oder wird seine Jagdausübung verboten oder beschränkt, kann er Ersatz verlangen.

Das Gesetz muss vom Bundesrat bestätigt werden.