Schalldämpfer: So reagieren die Länder auf das Urteil

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

 

Gesundheitsschutz: Schalldämpfer reduzieren den Schussknall wirkungsvoll.


Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zum Thema Schalldämpfer sorgt für große Verwirrung.

Auch der Umgang der einzelnen Bundesländer mit den neuen Informationen ist nicht einheitlich.

In Bayern und Hessen möchte man nichts an der aktuellen Genehmigungspraktik ändern.

Sachsen stellt vorerst zum Schutz der Antragsteller keine weiteren Genehmigungen für

Schalldämpfer aus, bis die Urteilsbegründung Klarheit bringt.

Baden-Württemberg und Brandenburg wollen ebenfalls die Urteilsbegründung abwarten, ändern bis

dahin nach Auskunft der Innenministerien aber wohl nichts am Genehmigungsverfahren.

Rechtssicherheit erst bei Waffenrechtsänderung

Rechtsanwalt und Jagdrechtsexperte Christian Teppe sagt dazu: „Möglicherweise handelt es sich bei

der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts um eine politische Entscheidung.

Die ausführenden Behörden der Länder und die gesetzgebenden Organe des Bundes sollten

hier für rasche Klarheit sorgen. Der Freistaat Bayern hat dies für seine Behörden richtigerweise getan.

Rechtssicherheit besteht jedoch erst abschließend, wenn Bundestag und Bundesrat eine neuerliche

Änderung des Waffenrechts beschließen, um die vorliegende Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts

wieder einmal zu korrigieren. Das ganze Hin und Her erinnert an die Entscheidung des Gerichts

über halbautomatische Jagdwaffen. Auch hier bedurfte es einer Gesetzesänderung, um die Rechtsprechung

des Bundesverwaltungsgerichts aufzuheben.“

Bayern äußert Zweifel

Das Bayerische Innenministerium erklärte gegenüber der Redaktion:

„An der Richtigkeit der Tatsachenfeststellungen des Verwaltungsgerichtes, die das Bundesverwaltungsgericht

seiner Entscheidung so zugrunde legen musste, bestehen aus unserer Sicht erhebliche Zweifel.

Gehörschutz am Ohr ist weder für alle Jäger noch Jagdarten geeignet.

Außerdem wird das Problem von Umweltbelastungen (Treiber, Hundeführer, Hunde, Anwohner, Erholungsverkehr etc.)

durch den Einsatz von Gehörschutz nicht gelöst.“ SBA

 

Quelle Jagderleben 12.2018

 







 

Abschussprämie für Sauen in Bayern- Kreis Altötting. 100,- €

Veröffentlicht von Peter Glinski

Abschussprämie: 100 Euro pro erlegtem Wildschwein

Durch die hohe Cäsiumbelastung, werden im Kreis wenig Wildschweine erlegt.


Der Landkreis Altötting (Bayern) hat eine Abschussprämie für Wildschweine ausgelobt. Die Abschusszahlen seien in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. Der Grund hierfür sei die hohe Cäsiumbelastung. Dadurch können die erlegten Stücke nicht verwertet werden. Aus Sorge vor der Afrikanischen Schweinepest und Wildschäden, soll deshalb eine Prämie in Höhe von 100 Euro pro erlegtem Schwarzkittel bezahlt werden. Diese ist unabhängig vom Gewicht der Tiere, vielmehr kommt es auf die Anzahl der Tiere an.

Prämie für Fahrt zur Tierkörperbeseitigung

Kann das Stück nach eine behördlichen Fleischbeschau doch in den Verzehr, steuert das Landratsamt, wie bislang auch schon, 45 Euro bei. Das entspricht in etwa den Kosten für die Fleischbeschau. Außerdem soll pro Fahrt zur Tierkörperbeseitigung eine Aufwandspauschale in Höhe von 30 Euro ausbezahlt werden. 

 

Quelle Jagderleben 29.11.2018

 






 

Bundestag stimmt für Änderung des Bundesjagdgesetzes

Veröffentlicht von Peter Glinski
 
 

Werden Jäger von den Behörden zur Jagd verpflichtet, können sie eine

Aufwandsentschädigung fordern.


Der Bundestag hat gestern (27. September) auf Empfehlung des Ausschusses für Ernährung und

Landwirtschaft einer Änderung des Bundesjagdgesetz für den Seuchenfall zugestimmt.

Alle Fraktionen – mit Ausnahme der FDP, die dagegen stimmte und den Grünen, die sich

enthielten – stimmten dem erarbeiteten Gesetzesentwurf zu.

Die Behörden erhalten nach dem beschlossenen Entwurf neue Anordnungsmöglichkeiten:

So können Jagdausübungsberechtigte in Gebieten mit seuchenkranken, oder verdächtigen Tieren,

 zu einer verstärkten Bejagung verpflichtet werden.

Zudem sollen Jäger zur Suche nach toten Wildschweinen eingesetzt werden.

Der Personen- und Fahrzeugverkehr kann in gefährdeten Gebieten kontrolliert und beschränkt werden.

 

Geld für den Jäger bei Anordnung zur Jagd

Die Regierung rechnet im Fall von angeordneter verstärkter Bejagung, mit Kosten von

etwa 800 Euro pro zusätzlich erlegtem Stück Schwarzwild. Dem Jäger stünden bei acht

zusätzlichen Ansitzen zu je fünf Stunden jeweils 100 Euro Aufwandsentschädigung für Munition,

Anfahrt und Zeitaufwand zu. Werden Jagdausübungsberechtigte und Begehscheininhaber zur

Suche nach verendetem Schwarzkitteln aufgefordert, könnten sie bei einem zusätzlichen Zeitaufwand

von fünf Stunden pro Woche eine Aufwandsentschäigung von 50 Euro pro Person und Stunde verlangen.

Ist die effektive Jagd aus Sicht der zuständigen Behörde nicht sichergestellt, kann angeordnet werden,

dass andere Personen die Bejagung übernehmen. Das erlegte Wild ist dem Berechtigten auf Verlangen

zu überlassen. Entstehen dem Jagdausübungsberechtigten aufgrund angeordneter Maßnahmen ein

erhöhter Aufwand, oder wird seine Jagdausübung verboten oder beschränkt, kann er Ersatz verlangen.

Das Gesetz muss vom Bundesrat bestätigt werden. 

Ausbreitung der ASP 2018

Veröffentlicht von Peter Glinski

Das Friedrich-Loeffler-Institut dokumentiert die gemeldeten Fälle

In Rumänien sind seit Ende des letzen Monats die gemeldeten Fälle sprunghaft gestiegen. Die Restriktionsgebiete mussten massiv ausgeweitet werden.

Links: Gemeldete ASP-Fälle am 24. Juli 2018 / Rechts: Aktuelle Fälle (28. August 2018). Besonders auffällig ist die drastische

Das Friedrich-Loeffler-Institut dokumentiert die gemeldeten Fälle

In Rumänien sind seit Ende des letzen Monats die gemeldeten Fälle sprunghaft gestiegen. Die Restriktionsgebiete mussten massiv ausgeweitet werden.

Links: Gemeldete ASP-Fälle am 24. Juli 2018 / Rechts: Aktuelle Fälle (28. August 2018). Besonders auffällig ist die drastische Ausbreitung in

usbreitung in Rumänien.

 







 

Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien

Veröffentlicht von Peter Glinski

In Bulgarien ist ein erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Die Seuche ist an der Ostgrenze im Raum Warna unweit des schwarzen Meeres ausgebrochen. Der bulgarische Landwirtschaftsminister lässt in einer drei Kilometer breiten Schutzzone alle Schweine auf ASP testen. In Rumänien schlagen Eindämmungsversuche fehl.

Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: KauerMross/DJV)
Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: DJV)

(Berlin, 3. September 2018) Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Bulgarien nachgewiesen worden. Das bestätigte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am 31. August 2018. Bulgarischen Medien zufolge ist die Krankheit im Dorf Tutrakanzi im Raum Warna ausgebrochen, unweit des Schwarzen Meeres. Sie wurde in sieben Schweinen nachgewiesen, von denen vier bereits tot waren. Drei weitere wurden getötet und entsorgt.

Bulgarien hatte im Juli begonnen, einen 130 Kilometer langen Schutzzaun zum im Norden angrenzenden Rumänien zu errichten, wo die Seuche erstmals im Juni 2018 nachgewiesen wurde. Dem landwirtschaftlichen Fachmedium agrarheute.com zufolge ist Rumänien derzeit mit 700 erkrankten Tieren europäischer Spitzenreiter bei ASP-Infektionen in Hausschweinbeständen. Dabei sei auch der größte rumänische Schweinemastbetrieb betroffen, wo in den kommenden Wochen 350.000 Tiere getötet werden sollen. Der Direktor der rumänischen Tiergesundheitsbehörde, Gigu Dragna, hat gegenüber agrarheute.com eingeräumt, dass man sich beim Versuch der Eindämmung auf den Landweg konzentriert habe. Nach mehreren Vorfällen von schwimmenden Hausschweinkadavern in der Donau liege nun die Vermutung nahe, dass Kleinsthalter ihre toten Tiere im Fluss entsorgt hätten und sich die ASP auch über den Wasserweg verbreite.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft Jagdreisende in osteuropäische Länder zu besonderer Vorsicht auf. Jäger sollten nach dem Jagdaufenthalt ihre Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Das BMEL empfiehlt Jägern, die mit dem eigenen Auto anreisen, dieses möglichst nicht für Revierfahrten zu nutzen und noch vor Antritt der Rückreise zu desinifizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinifiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte der Jäger gleichzeitig Schweinehalter sein, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Jagdreisen in betroffene Gebiete zu verzichten. Die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit nach Deutschland und eine mögliche Verbreitung ist der Mensch - etwa über infizierte und falsch entsorgte Wurstwaren.

 






 

DJV 03.09.2018