Bundestag stimmt für Änderung des Bundesjagdgesetzes

Veröffentlicht von Peter Glinski
 
 

Werden Jäger von den Behörden zur Jagd verpflichtet, können sie eine

Aufwandsentschädigung fordern.


Der Bundestag hat gestern (27. September) auf Empfehlung des Ausschusses für Ernährung und

Landwirtschaft einer Änderung des Bundesjagdgesetz für den Seuchenfall zugestimmt.

Alle Fraktionen – mit Ausnahme der FDP, die dagegen stimmte und den Grünen, die sich

enthielten – stimmten dem erarbeiteten Gesetzesentwurf zu.

Die Behörden erhalten nach dem beschlossenen Entwurf neue Anordnungsmöglichkeiten:

So können Jagdausübungsberechtigte in Gebieten mit seuchenkranken, oder verdächtigen Tieren,

 zu einer verstärkten Bejagung verpflichtet werden.

Zudem sollen Jäger zur Suche nach toten Wildschweinen eingesetzt werden.

Der Personen- und Fahrzeugverkehr kann in gefährdeten Gebieten kontrolliert und beschränkt werden.

 

Geld für den Jäger bei Anordnung zur Jagd

Die Regierung rechnet im Fall von angeordneter verstärkter Bejagung, mit Kosten von

etwa 800 Euro pro zusätzlich erlegtem Stück Schwarzwild. Dem Jäger stünden bei acht

zusätzlichen Ansitzen zu je fünf Stunden jeweils 100 Euro Aufwandsentschädigung für Munition,

Anfahrt und Zeitaufwand zu. Werden Jagdausübungsberechtigte und Begehscheininhaber zur

Suche nach verendetem Schwarzkitteln aufgefordert, könnten sie bei einem zusätzlichen Zeitaufwand

von fünf Stunden pro Woche eine Aufwandsentschäigung von 50 Euro pro Person und Stunde verlangen.

Ist die effektive Jagd aus Sicht der zuständigen Behörde nicht sichergestellt, kann angeordnet werden,

dass andere Personen die Bejagung übernehmen. Das erlegte Wild ist dem Berechtigten auf Verlangen

zu überlassen. Entstehen dem Jagdausübungsberechtigten aufgrund angeordneter Maßnahmen ein

erhöhter Aufwand, oder wird seine Jagdausübung verboten oder beschränkt, kann er Ersatz verlangen.

Das Gesetz muss vom Bundesrat bestätigt werden. 

Ausbreitung der ASP 2018

Veröffentlicht von Peter Glinski

Das Friedrich-Loeffler-Institut dokumentiert die gemeldeten Fälle

In Rumänien sind seit Ende des letzen Monats die gemeldeten Fälle sprunghaft gestiegen. Die Restriktionsgebiete mussten massiv ausgeweitet werden.

Links: Gemeldete ASP-Fälle am 24. Juli 2018 / Rechts: Aktuelle Fälle (28. August 2018). Besonders auffällig ist die drastische

Das Friedrich-Loeffler-Institut dokumentiert die gemeldeten Fälle

In Rumänien sind seit Ende des letzen Monats die gemeldeten Fälle sprunghaft gestiegen. Die Restriktionsgebiete mussten massiv ausgeweitet werden.

Links: Gemeldete ASP-Fälle am 24. Juli 2018 / Rechts: Aktuelle Fälle (28. August 2018). Besonders auffällig ist die drastische Ausbreitung in

usbreitung in Rumänien.

 







 

Erster ASP-Ausbruch in Bulgarien

Veröffentlicht von Peter Glinski

In Bulgarien ist ein erster Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) nachgewiesen worden. Die Seuche ist an der Ostgrenze im Raum Warna unweit des schwarzen Meeres ausgebrochen. Der bulgarische Landwirtschaftsminister lässt in einer drei Kilometer breiten Schutzzone alle Schweine auf ASP testen. In Rumänien schlagen Eindämmungsversuche fehl.

Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: KauerMross/DJV)
Bisher wurden sieben Fälle von ASP in Bulgarien nachgewiesen (Quelle: DJV)

(Berlin, 3. September 2018) Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist erstmals in Bulgarien nachgewiesen worden. Das bestätigte die Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) am 31. August 2018. Bulgarischen Medien zufolge ist die Krankheit im Dorf Tutrakanzi im Raum Warna ausgebrochen, unweit des Schwarzen Meeres. Sie wurde in sieben Schweinen nachgewiesen, von denen vier bereits tot waren. Drei weitere wurden getötet und entsorgt.

Bulgarien hatte im Juli begonnen, einen 130 Kilometer langen Schutzzaun zum im Norden angrenzenden Rumänien zu errichten, wo die Seuche erstmals im Juni 2018 nachgewiesen wurde. Dem landwirtschaftlichen Fachmedium agrarheute.com zufolge ist Rumänien derzeit mit 700 erkrankten Tieren europäischer Spitzenreiter bei ASP-Infektionen in Hausschweinbeständen. Dabei sei auch der größte rumänische Schweinemastbetrieb betroffen, wo in den kommenden Wochen 350.000 Tiere getötet werden sollen. Der Direktor der rumänischen Tiergesundheitsbehörde, Gigu Dragna, hat gegenüber agrarheute.com eingeräumt, dass man sich beim Versuch der Eindämmung auf den Landweg konzentriert habe. Nach mehreren Vorfällen von schwimmenden Hausschweinkadavern in der Donau liege nun die Vermutung nahe, dass Kleinsthalter ihre toten Tiere im Fluss entsorgt hätten und sich die ASP auch über den Wasserweg verbreite.

Der Deutsche Jagdverband (DJV) ruft Jagdreisende in osteuropäische Länder zu besonderer Vorsicht auf. Jäger sollten nach dem Jagdaufenthalt ihre Ausrüstung wie Messer, Bekleidung und Stiefel noch im Gastland sorgfältig reinigen und desinfizieren. Das BMEL empfiehlt Jägern, die mit dem eigenen Auto anreisen, dieses möglichst nicht für Revierfahrten zu nutzen und noch vor Antritt der Rückreise zu desinifizieren. Schwarzwild-Trophäen müssen ebenfalls desinifiziert sein. Der Import von Wurst, Fleischwaren oder Hundefutter aus Restriktionszonen sollte unbedingt vermieden werden. Sollte der Jäger gleichzeitig Schweinehalter sein, bittet das Bundeslandwirtschaftsministerium auf Jagdreisen in betroffene Gebiete zu verzichten. Die größte Gefahr für die Einschleppung der Krankheit nach Deutschland und eine mögliche Verbreitung ist der Mensch - etwa über infizierte und falsch entsorgte Wurstwaren.

 






 

DJV 03.09.2018

Unkooperativer Landwirt verurteilt: Kitzrettung ist ein Muss von Christian Liehner am 02.08.2018

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

 

Der Landwirt habe sich nicht ausreichend darum gekümmert, dass keine Kitze zu Tode kommen, urteilte das Amtsgericht Gießen


Ein Landwirt aus der Nähe von Rabenau (Landkreis Gießen) in Hessen ist am Mittwoch, 1. August, zu einer Geldstrafe in Höhe von 7500 Euro verurteilt worden. Bei Mäharbeiten auf einer drei Hektar großen Wiesenfläche waren ihm gleich drei Rehkitze ins Mähwerk geraten. Die Vorsitzende Richterin folgte mit dem Strafmaß der Forderung der Staatsanwaltschaft die 75 Tagessätze zu je 100 Euro gefordert hatte, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber der Redaktion bestätigte.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Landwirt nicht genug zum Schutz der Kitze unternommen habe. „Sie haben es darauf ankommen lassen“ zitiert die Gießener Allgemeine Zeitung die zuständige Staatsanwältin. Da die Wiese zwischen zwei Waldflächen liegt habe der Landwirt gerade im Mai und Juni damit rechnen müssen, dass dort Kitze im Gras versteckt liegen. 

Jagdpächter beklagt fehlende Kooperation

Auf der Wiese kämen jedes Jahr Kitze zu Tode, trotzdem gebe es seit Jahren keine Kommunikation zwischen Landwirt und Jäger vor der Mahd. Daher habe er sich zur Anzeige gezwungen gesehen, sagte der zuständige Revierpächter aus.

Ein befragter Sachverständiger zog die Aussage des Beklagten, er sei die Wiese vor dem Mähen selbst gründlich abgelaufen, in Zweifel – dazu hätte er auf der 30.000 Quadratmeter großen Fläche etwa sieben Kilometer laufen müssen. Ein Helfer des Landwirts sah den Angeklagten jedoch zehn Minuten nach Eintreffen auf der Wiese bereits wieder auf die Maschine steigen zum Mähen.

Im Verfahren zeigte sich der Landwirt wenig einsichtig, es sei ihm immer noch ein Rätsel wie die Tiere zu Tode gekommen seien, die Entscheidung zum Mähen sei kurzfristig gefallen. Ob der Angeklagte das Urteil akzeptiert ist noch unklar. CL

Quelle: Jagderleben 08.2018

 






 

 

Zuviel Rotwild?

Veröffentlicht von Peter Glinski

Keinesfalls zu viel Rotwild – Staat jagt falsch

 

Schälschäden durch Rotwild sind vielen Waldbesitzern ein Dorn im Auge.


Erste Ergebnisse einer von der Hegegemeinschaft Erzgebirge beauftragten Studie der TU Dresden

kommen zu der Aussage, dass im Untersuchungsgebiet keinesfalls zu viel Rotwild vorhanden ist.

Es werde nach Ansicht von Prof. Dr. Dr. Sven Herzog aber falsch bejagt. Der Wildökologe kritisiert

vor allem den zu hohen Jagddruck, die Bejagung auf Wildwiesen sowie die Drückjagden im Januar.

Folge der falschen Bejagung seien Schälschäden.

Hegegemeinschaft erhebt Vorwürfe gegen Sachsenforst

Die Hegegemeinschaft Erzgebirge sieht sich in ihren erhobenen Vorwürfen gegen Sachsenforst bestätigt.

Herzog appelliert an die Konfliktparteien den Streit zu beenden und fordert alle Beteiligten zur Kooperation auf.

„Wenn wir so weitermachen wie bisher, jagen wir in 20 Jahren nicht mehr“, warnt Herzog.

Quell. Jagderleber 07/18