Bundesrat beschließt Maßnahmen zur ASP-Prävention

Veröffentlicht von Peter Glinski

Der Bundesrat (Ländervertretung) wird tätig!

DJV begrüßt Initiative der Bundesregierung, warnt aber vor überzogenen Maßnahmen vor Ort: Jäger und andere Beteiligte müssen einbezogen werden. Jäger sollten Wildschwein-Kadaver nicht transportieren, sondern Tupfer-Proben nehmen. Elterntierschutz bleibt bestehen trotz beschlossener Schonzeitaufhebung für Wildschweine.

(Berlin, 02. März 2018) Der Bundesrat hat heute die Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten beschlossen. Nach Inkrafttreten haben Veterinärbehörden weitreichende Befugnisse, um Maßnahmen anzuordnen, die eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst verhindern und eine Früherkennung im Ernstfall ermöglichen sollen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) begrüßt die Bemühungen der Bundesregierung, die ASP-Ausbreitung möglichst zu verhindern. Allerdings hat der Dachverband der Jäger bereits im Vorfeld in seiner Stellungnahme auf das Risiko überzogener Maßnahmen hingewiesen. Jagdbehörde, Jäger und weitere Betroffene vor Ort müssen unbedingt  in die Planung und Umsetzung einbezogen werden. Beispielsweise ist eine mögliche Anordnung einer verstärkten Bejagung durch die Veterinärbehörde nicht ohne das Zusammenwirken von Jägern, Land-, Forstwirtschaft und weiteren Akteuren umsetzbar. Dringend erforderlich sind etwa im Sommerhalbjahr Jagdschneisen in Mais-, Raps- und Weizenfeldern, die zusammen ein Viertel Deutschlands bedecken. "Die Maßnahmen vor Ort müssen geeignet, erforderlich und angemessen sein", sagte Veterinär und DJV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Bethe. Eine Gängelung funktioniere nicht, vielmehr müssten praxistaugliche Anreize für Jäger geschaffen werden, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Und zwar tierschutzgerecht. Dazu gehört auch, den Absatz von Wildbret zu stärken.

Besonders kritisch sieht der DJV die Möglichkeit, Jägern gegenüber den Transport von verendet aufgefundenen Wildschweinen anzuordnen: Ein risikofreier Transport kann nur in auslaufsicheren Spezialbehältnissen erfolgen, denn austretende Körperflüssigkeiten sind für längere Zeit ansteckend. Wegen des hohen Verschleppungsrisikos sollten Jäger ausschließlich Proben - vorzugsweise mit Tupfer - im Auftrag des Amtstierarzts nehmen. Der DJV begrüßt, dass entgegen des ersten Entwurfs diese präferierte Methode zumindest in die Verordnung aufgenommen wurde. Ebenso begrüßt der DJV, dass das von Jägern mit Wissenschaftlern entwickelte Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) als Möglichkeit genannt wird, Fundorte von Wildschwein-Kadavern schnell und unbürokratisch den Veterinärbehörden zu melden.

Die Verordnung über Jagdzeiten sieht künftig keine Schonzeiten für Wildschweine mehr vor. Das heißt, Wildschweine jeden Alters und beider Geschlechter sind ganzjährig bejagbar. Nach wie vor gilt aber der Elterntierschutz: Bachen mit abhängigen Frischlingen dürfen Jäger nicht erlegen. Dies begrüßt der DJV ausdrücklich. Die jüngste Äußerung des Deutschen Tierschutzbundes gegenüber der Nachrichtenagentur dpa zum Abschuss von Muttertieren in Bezug auf die heute beschlossene Aufhebung der Schonzeit für Wildschweine ist irreführend.

Entgegen der Verlautbarung des Bundesrates verhindert eine stärkere Bejagung der Wildschweine die Einschleppung der ASP nicht. Der Mensch ist der Risikofaktor Nummer eins, so wurden in Russland Sprünge in der Verbreitung des Virus von über 1.000 Kilometer nachgewiesen. Eine Verbreitung der in Osteuropa auftretenden Tierseuche über große Entfernungen verursachen laut Experten  Menschen. Deswegen sollten besonders Reisende aus den Risikogebieten Osteuropas sensibilisiert werden, keine Rohwurstwaren aus Schweinefleisch einzuführen. Das ASP-Virus überlebt in Lebensmitteln sehr lange Zeit, Reste könnten Wildschweine infizieren.

Die Änderungen der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten treten nach Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt in Kraft. 

 

 
Aufhebung der Schonzeit bedeutet nicht Aufhebung des Elterntierschutzes: Bachen mit abhängigen Frischlingen dürfen weiterhin nicht erlegt werden.
Quelle: Mross/DJV
 






Wildschweinjagd: DJV stellt 6-Punkte-Katalog für Vereinfachungen vor

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

Anlässlich der heutigen "Nationalen ASP-Präventionskonferenz" im Bundeslandwirtschaftsministerium stellt der DJV seine Forderungen für eine Vereinfachung der Wildschweinjagd vor.

(Berlin, 26. Februar 2018) Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat für heute Vertreter aus Forschung, Ministerien und Jagd nach Berlin geladen zur "Nationalen ASP-Präventionskonferenz". Der Deutsche Jagdverband (DJV) weist vor diesem Hintergrund darauf hin, dass eine Einschleppung des Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) durch verstärkte Jagd allein nicht verhindert werden kann. Vielmehr müssen insbesondere Fernfahrer aus europäischen Risikogebieten stärker kontrolliert werden, ebenso wie Raststätten entlang von Transitstrecken: Laut Experten haben achtlos weggeworfene Reste von verseuchter Rohwurst maßgeblich zur bisherigen Verbreitung der ASP beigetragen, Sprünge von mehreren 100 Kilometern in kürzester Zeit sind dokumentiert. Im Sinne der Prävention hält der DJV eine weitere Reduzierung der Wildschweinbestände für notwendig: Sollte das ASP-Virus den Sprung nach Deutschland schaffen, wäre dann zumindest die natürliche Ausbreitung reduziert. Diese beträgt etwa 20 Kilometer pro Jahr.

Eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine kann nur erfolgreich sein, wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten. Der DJV hat dazu heute einen 6-Punkte-Katalog mit Forderungen veröffentlicht, der die Jagd erfolgreicher machen soll.
 

  1.  Anlegen von Bejagungsschneisen in allen Feldkulturen, besonders Raps, Mais, Weizen
    Ohne Schneisen können 6,8 Millionen Hektar Feldfläche (ein Viertel Deutschlands) von Mai bis Oktober kaum bejagt werden, weil die Vegetation zu hoch ist. Dort wandern Wildschweine im Sommerhalbjahr ein.
  2.  Aufheben von Jagdverboten in Naturschutzgebieten
    Feuchte Lebensräume mit Deckung wie Schilfgürtel oder Bruchwälder sind beliebte Rückzugsgebiete für Wildschweine.
  3.  Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen in Staats- und Bundesforsten sowie großen Privatforsten
  4.  mehr Revier übergreifende Wald-Bewegungsjagden im Winterhalbjahr
    Wildschweine haben vergleichsweise große Reviere, eine großflächige Bejagung ist deshalb sinnvoll. Behörden müssen die notwendige Verkehrssicherungspflicht unbürokratisch und kostenfrei unterstützen, am besten mit Personal. Ferner sollten Revierinhaber zur Duldung unbeabsichtigten Überjagens von Hunden verpflichtet sein.
  5.  Vergünstigungen für Ausbildung und Einsatz von Jagdhunden für die Wildschweinjagd
    Für die effektive Wildschweinjagd in Dickungen und Wald sind gut ausgebildete Stöberhunde unerlässlich. Tierschutzgerechte Ausbildung und Schutzausrüstung der Jagdhunde sind teuer, der Jagdeinsatz aufwendig. Eine finanzielle Unterstützung durch die Behörden ist erforderlich. Denkbar wäre auch eine Befreiung von der Hundesteuer.
  6.  Zulassung von der "kleinen Kugel" für gestreifte Frischlinge
    Für gestreifte Frischlinge müssen bundesweit Patronen zugelassen werden, die eine Mindestenergie von 1.000 Joule auf 100 Meter Entfernung haben – auch in Kalibern unter 6,5 Millimeter Durchmesser. Bisher sind 2.000 Joule und ein Mindestkaliber von 6,5 Millimeter vorgeschrieben. Geschosse mit dieser Energie können allerdings bei kleinen Frischlingen für so starke Verletzungen sorgen, dass das Wildbret nicht mehr verwertbar ist.

    Die bundesweite Aufhebung von Schonzeiten für Wildschweine begrüßt der DJV. Der Dachverband der Jäger weißt darauf hin, dass dies nicht die Aufhebung des Elterntierschutzes bedeutet: Bachen, die gestreifte Frischlinge säugen, dürfen auch weiterhin nicht erlegt werden. Im vergangenen Jagdjahr haben Deutschlands Jäger knapp 600.000 Wildschweine erlegt - das vierthöchste Jagdergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1930er Jahren. Nach Auffassung des DJV ist die Jagd alternativlos, um Wildschweinbestände zu reduzieren. Die "Pille für das Wildschwein" lehnt der DJV als Unsinn ab. 
     http://newsletter.jagdverband.de/system/assets/3102/original/schwarzwild_rolfes_djv.JPG
 

Nur wenn Politik, Behörden, Landwirte und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten, kann eine noch intensivere Bejagung der Wildschweine erfolgreich sein.

Quelle: DJV







 

ASP: Bundesregierung erlaubt ganzjährige Schwarzwildjagd

Veröffentlicht von Peter Glinski

 

 
 
 

Das Bundeskabinett hat eine Änderung der Verordnung über die Jagdzeiten auf Schwarzwild beschlossen (Symbolbild).


Das Bundeskabinett hat sich heute mit einer Verordnung zur Änderung der Schweinepest-Verordnung und der Verordnung über die Jagdzeiten beschäftigt. Die Ergebnisse der Sitzung wurden nun veröffentlicht. Darin werden Maßnahmen im Falle eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) festgelegt. Unter anderem dürfen keine Schweine und kein frisches Schweinefleisch mehr in das oder aus dem betroffenen Gebiet transportiert werden. Auch Gras, Heu und Stroh, die in gefährdeten Gebieten gewonnen wurde dürfen nicht für Schweine verwendet werden.

Ganzjährige Bejagung von Wildschweinen

„Darüber hinaus ist künftig eine ganzjährige Bejagung von Wildschweinen zulässig. Die durch milde Winter erheblich angewachsenen Wildschweinbestände sollen ausgedünnt und so das Risiko eines Einschleppens der ASP vermindert werden“, so die Regierung weiter. Auf Nachfrage der Redaktion erklärte das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten: „Damit gilt für alle Altersklassen und Geschlechter eine ganzjährige Jagdzeit. Lediglich der Elterntierschutz ist zu beachten.“

Man habe bereits vorbeugende Maßnahmen ergriffen, um zu vermeiden, dass die Tierseuche eingeschleppt wird, so die Verordnung weiter. Unter anderem sollen Jäger, Handel und Transportunternehmer sensibilisiert und Warn-Plakate an Straßen angebracht worden sein.

Wie Friedrich von Massow, Justitiar des Deutschen Jagdverbands, gegenüber der Redaktion erklärt, gilt die Änderung der Jagdzeiten ab in Kraft treten der Verordnung zunächst deutschlandweit. Die einzelnen Bundesländer könnten jedoch mit eigenen Regelungen wieder davon abweichen. Das müssen sie jedoch aktiv tun.

 

 






 

Jagen-Reiten-Fischen-Offroad

Veröffentlicht von Helena Preis

Jagen - Reiten - Fischen - Offroad mit neuen Höhepunkten

Mehr Büchsenmacher und Jagdreise-Anbieter/ Erstmals Offroad-Parcours/ Repetierbüchse und Jagdreise-Gutschein werden verlost.

 

Mit neuen Attraktionen für Jäger, Fischer und Reiter, Natur- und Outdoorfreunde wartet die 17. überregionale Fachausstellung "Jagen - Reiten - Fischen - Offroad" in Alsfeld (Vogelsbergkreis) auf. Vom 2. bis . März 2018 (Freitag bis Sonntag) präsentieren in der Hessenhalle Büchsenmacher die neuesten Jagdwaffen und manches Schnäppchen. Auf dem spektakulären Offroad- Parcours "4x4-Roadeo" können schwindelfreie Besuche reinen für seine "Jagdtauglichkeit" bekannten Geländewagen testen. Zahlreiche Händler bekannter Offroad-Marken stellen ihre neuesten Fahrzeuge einschließlich Quads vor.

Die Besucher können eine Browning-Repetierbüchse im Kaliber .308 Winchester (nur für Erwerbsberechtigte), hochwertige Jagd- und Fischerei-Ausrüstung sowie einen Gutschein im Wert von 800 Euro gewinnen, der den regulären Preis für eine Jagdreise nach Namibia von 2.800 auf 2.000 Euro reduziert. Der Rechtsweg ist bei allen Verlosungen ausgeschlossen.

Ein Laser-Schießkino, Vorführungen aus der Wild- und Fischküche inklusive Wildzerwirken, eine Pfostenschau mit zahlreichen Jagdhunderassen, Auftritte von Jagdhorn- und Alphornbläsern und die Vorführung von Greifvögeln erwarten die Besucher. Das Rahmenprogramm bietet auf der Showbühne täglich abwechslungsreiche Unterhaltung und nützliche Informationen. Am Sonntag (4. März) zeigen die Falkner um 13 Uhr in der Pferdehalle ihre Greifvögel im freien Jagdflug. Reiter und Gespannfahrer veranstalten am Samstag (3. März) und Sonntag (4. März) in Halle 4 (Pferdezentrum) eine faszinierende Pferdeshow.

 

Großes Schaufenster für Jäger, Fischer und Reiter

Die über 200 Aussteller zeigen auf der 17. "Jagen - Reiten - Fischen - Offroad" die gesamte Ausrüstungspalette für Jagd und Fischerei sowie Pferdesport und -zucht. Dazu zählen auch Jagdzubehör aller Art, Bekleidung, Trachten und Accessoires, Jagd- und Angelreisen, die neueste Entwicklung im Bereich der Wildbret- und Fischverwertung und -hygiene mit Wildkühlschränken und Vakuumiergeräte sowie Waffentresore, Jagdmalerei, Edelbrände und Weine. Der größte deutschsprachige Verlag für Jagd und Natur, Neumann-Neudamm, bietet Neuerscheinungen, Bestseller und Schnäppchen an.

Die Informations- und Verkaufsausstellung öffnet vom 2. bis 4. März 2018 jeweils von 9.30 Uhr bis 18 Uhr ihre Pforten. Der Eintritt kostet 9 Euro.

Die Hessenhalle Alsfeld liegt unmittelbar an der Abfahrt Alsfeld-West der A5 Frankfurt-Kassel. Am Ausstellungsgelände stehen rund 3.000 kostenlose Parkplätze bereit.

Weitere Informationen zur "Jagen - Reiten - Fischen - Offroad 2018" gibt es bei der Hessenhalle Alsfeld GmbH unter der Rufnummer (06631) 784-29, der Fax-Nummer (06631) 784-24, der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und im Internet unter www.jagdmesse-alsfeld.de. Dort finden interessierte Besucher auch das ausführliche Programm für Reiter, Fischer und Jäger.

Die Rache der Wildsau

Veröffentlicht von Peter Glinski

13.12.2013

 

Nach dem Vorfall: Der Hobby-Koch beim Verarzten seiner Wunde.


Wie die Sendung „maintower“ des hessischen Rundfunks gestern berichtete, war ein pensionierter Lehrer und Widbretfan aus Pohlheim bei Gießen gerade mit der Zubereitung eines Wildgerichts beschäftigt, als er hinter sich etwas hört. Da sieht er auch schon einen etwa 45 Kilogramm schweren Überläufer hinter sich, der ihm auch schon im gleichen Moment ins Bein beißt. Nach kurzem Abwehren verschwindet die Sau wieder. Auf dem Weg nach Draußen reißt sie noch eine Blumenvase um. Der Mann wurde bei dem Angriff nur leicht verletzt.
Die Frau des Hobby-Kochs hatte nur kurz die Terrassentür ihres Einfamilienhauses in einem Neubaugebiet zum Lüften geöffnet. Diese Gelegenheit nutzte der Schwarzkittel für seinen kurzen Besuch aus. Die kleine Stadt Pohlheim hat in der vergangenen Zeit immer wieder von besonderen Begegnungen mit Schwarzwild berichtet. Dabei haben die Sauen unter anderem eine Scheibe eines Autohauses demoliert, in einer Kindereinrichtung gewütet und eine Tankstelle besucht.
Den Filmbeitrag des "Hessischen Rundfunks" (HR) zu dem Thema finden Sie hier.
 Quelle Jagderleben/HR Maintower
 







BS